Essay

2018

Kulturfinanzierung auf Amerikanisch

Wie Capital Campaigns auch in Deutschland zu einer Chance werden können

WINFRIED SCHLÖMER

Zeitschrift für Kulturmanagement 2018 (2), 159-184.
doi http://dx.doi.org/10.14361/zkmm-2018-0207
Abstrakt

Capital Campaigns, also Aktionen zum Einwerben von Millionenspenden, vorzugsweise bei wenigen wohlhabenden Einzelspendern, werden bei amerikanischen Kulturorganisationen immer beliebter. Hierzulande gibt es dafür nur ganz wenige Beispiele, die sich aber bislang auf international beachtete Leuchtturmprojekte beschränkten. Die Untersuchung geht der Frage nach, ob und wie das Einwerben von Großspenden auch von deutschen Kultureinrichtungen, die eher regionale oder lokale Bedeutung haben, praktiziert werden kann. Auf die Skizzierung der wichtigsten Elemente amerikanischer Capital Campaigns folgt eine Auseinandersetzung mit deutschsprachiger Literatur zu diesem Thema. In ihr wurden bisher – sowohl durch Praktiker als auch durch Theoretiker des Kulturmanagements – die kulturellen, politischen, steuerlichen und historischen Unterschiede zwischen den USA und Deutschland fast immer als so groß beschrieben, dass eine Übertragbarkeit auf unser System der öffentlichen Kulturverwaltung als ausgeschlossen betrachtet wurde. Am Beispiel eines Sinfonieorchesters in städtischer Regie wird gezeigt, wie das amerikanische Vorbild auch hier als Baustein für eine mehrdimensionaleKultur nanzierung eingesetzt werden kann.