Tagungen

CFP: Zur Aktualität und zu den Möglichkeiten einer Literatursoziologie

8./9. April 2021

Bielefeld

 Christine Magerski und Christian Steuerwald 

Die Literatursoziologie lässt sich als Forschungszusammenhang verstehen, der Literatur im gesellschaftlichen Kontext untersucht. Sie fragt nach den Produktionsbedingungen, der Vermittlung und den Rezeptionsweisen von Literatur, nach der Werkästhetik sowie nach den Grenzüberschreitungen zwischen Literatur und Soziologie. Unter welchen Bedingungen wird heute Literatur produziert, distribuiert und rezipiert? Haben wir es noch immer mit einem ausdifferenzierten und weitgehend autonomen gesellschaftlichen Teilbereich zu tun, welcher sich im Modus eines sozialen Feldes oder Systems beschreiben lässt und ist dieser, so es ihn gibt, von nationaler, internationaler oder weltgesellschaftlicher Reichweite? Und wie verhält es sich mehr als dreißig Jahre nach dem Erscheinen von Wolf Lepenies´ einschlägiger Studie zu den drei Kulturen mit dem Verhältnis von Soziologie und Literatur? Inwieweit sind in Literatur gesellschaftliche Beobachtungen, Milieustudien oder soziologische Theorien und, umgekehrt, in der Soziologie literarische Formen wie Narrative, Dramatisierungen oder auch autobiographische Verfahren nachweisbar? 

Die Tagung setzt voraus, dass die Literatursoziologie infolge ihrer Aufgabenbeschreibung zu zwei Disziplinen – den Literaturwissenschaften und der Soziologie – gehört, sodass sich eine literaturwissenschaftliche und eine soziologische Version der Literatursoziologie beobachten lassen, die mehr oder weniger zusammenarbeiten und aufeinander Bezug nehmen. Beide Wissenschaftsdisziplinen miteinander ins Gespräch zu bringen, nach dem gegenwärtigen Verständnis von Literatursoziologie zu fragen und die Möglichkeiten einer Literatursoziologie an ausgewählten Beispielen zu diskutieren, ist das Ziel der Tagung. Neben diesen Grundthemen sind auch Beiträge möglich, die die Geschichte der Literatursoziologie untersuchen und etwa auf das Verhältnis der beiden Disziplinen eingehen. 

Die Tagung findet am 8. und 9. April 2021 in Bielefeld statt, sofern eine Präsenzveranstaltung möglich ist. Sollte eine vor-Ort-Veranstaltung nicht möglich sein, wird das Tagungsformat auf online (via zoom) umgestellt. Unabhängig des Tagungsformates erbitten wir nach Annahme der Beiträge um eine ausführlichere Skizze der Vorträge (zwei Wochen vorher) und die Bereitschaft, diese ausführlichere Skizze vorab für eine kritische Stellungnahme zugänglich zu machen. Darüber hinaus möchten wir zu jedem Vortrag explizit eine/n Teilnehmer/in auffordern, eine Stellungnahme zu formulieren, die schließlich in die Diskussion einleitet. Eine Publikation der Beiträge ist geplant. 

Vorschläge werden bis zum 31.1.2021 erbeten an christine magerski (cmagerski@ffzg.hr) und/oder christian.steuerwald@uni-bielefeld.de