Veranstaltung des Fachverbandes

CfP zur 13. Jahrestagung des Fachverbandes für Kulturmanagement: Kulturmanagement zwischen Materialität und Digitalisierung

Sinnlich-Materielles, Big Data und multiple entanglements als Herausforderung für das Kulturmanagement

23.-. 25. Januar 2020

Kunstakademie Düsseldorf
In Kooperation mit der Working Group „Cultural Management Studies“ der ESA

In Bildender Kunst, Architektur, Musik, Tanz und Theater spielt die Begegnung mit dem Sinnlich-Materiellen seit jeher eine bedeutende Rolle. Seit einigen Jahren gewinnen aber auch im Management, als dem gesellschaftlichen Ort des Rational-Planerischen, Fragen der unmittelbaren ästhetischen Erfahrung an Konjunktur. Materialität und Sinnlichkeit werden seither als vorbegriffliche Grundlage rationalen Denkens und Handelns zunehmend reflektiert. Bedingt durch den gesellschaftlichen Megatrend der Digitalisierung durchdringen zugleich binäre Codierungen und Maschinen-Intelligenz mit Stichworten wie Big Data, Digital Marketing, Digital Accounting etc. das Managementdenken in mannigfaltiger Art und Weise. Arbeitsprozesse, Infrastrukturen und Produktionsbedingungen werden an vielen Stellen re-konfiguriert. Das Digitale gestaltet unsere Beziehungen und Arbeitspraktiken neu und anders. Es dringt aber nicht nur in unseren Arbeitsalltag ein, sondern erobert auch zunehmend die Sphäre künstlerischer Praktiken, der Gestaltung kultureller Angebote und der empirischen Management- und Publikumsforschung. Indem das Digitale als Kunstschaffendes oder Ko-Kunstschaffendes vermehrt in Erscheinung tritt, konfrontiert es uns bzw. unser Kunst- und Kulturverständnis zudem mit sehr grundsätzlichen philosophischen Fragen nach dem Wesen des Menschseins.

Die Tagung möchte diese Entwicklungen hinsichtlich ihrer Folgen für das Kulturmanagement verschiedentlich befragen und hier Praktiker*innen und Theoretiker*innen, empirische Forschungspraxis und philosophische Reflexion zusammenbringen. Mögliche Fragestellungen wären:

  • Wo lassen sich Aufwertungen des Sinnlich-Materiellen im Kulturmanagement-Denken beobachten? Welche Folgen ergeben sich hieraus für das Kulturmanagement als Praxis? Welche für die Legitimität des Kulturmanagements als Management-Disziplin?
  • Wie lässt sich das Verhältnis von Mensch und Digitalem in der alltäglichen Kulturmanagement-Praxis beobachten? Welche Erfahrungen, welche Emotionalitäten, welche Grenzirritationen werden sichtbar? Inwiefern spielen kulturelle, gesellschaftliche oder politische Prozesse hier eine Rolle?
  • Wie treten ‚multiple entanglements‘ im künstlerisch-kulturellen Bereich in Erscheinung? Welche Herausforderungen ergeben sich hieraus für Kulturmanagement und Kulturpolitik?
  • Was bedeuten die genannten Entwicklungen für die Erfindung, Reflexion und Bewertung (neuer) Methoden für die Kulturmanagement- und Publikumsforschung?

Zu Einreichungen eingeladen sind Forscher*innen und Praktiker*innen aus dem Themenfeld der Kulturmanagementforschung, aber auch darüber hinaus. Verschiedene Präsentationsformate sind möglich (bspw. Plenarvorträge, Posterpräsentationen, Beiträge für Panels, Workshops). Abstracts sollten nicht mehr als 400 Wörter umfassen. Der Vorschlag ist bis zum 16. Juni 2019 per E-Mail an folgende Kontaktadressen zu senden: nina.zahner@kunstakademie-duesseldorf.de; ‎m.luecke@macromedia und anke_schad@web.de. Über eine Annahme der Beiträge wird bis Ende Juli 2019 entschieden.

Die Tagung wird an der Kunstakademie Düsseldorf und voraussichtlich an einem weiteren Standort im Ruhrgebiet stattfinden. Veranstaltet wir die Tagung von Prof. Nina Tessa Zahner (Kunstakademie Düsseldorf) und Prof. Martin Lücke (Macromedia Hochschule Berlin)

Im Rahmen der 13. Jahrestagung wird auch wieder ein Doktorandenkolloquium stattfinden. Der CfP für das Doktorandenkolloquium wird in Bälde erscheinen.