Veranstaltung des Fachverbandes

CFP: „What difference does it make: Besucherforschung für und mit unterschiedlichen Zielgruppen“

 Empirische Forschung ist immer ein Akt sozialer Interaktion und Kommunikation, bei dem das Verhältnis zwischen Befragenden und Befragten maßgeblich zu deren Erfolg oder Misserfolg beiträgt. Selbst wenn in der empirischen Kulturmanagementforschung standardisierte Erhebungsinstrumente eingesetzt werden, bauen diese daher immer auch auf zielgruppenspezifischen Besonderheiten auf. Aber mit welchen empirischen Methoden können verschie-dene Zielgruppen innerhalb und außerhalb von Kultureinrichtungen gewinnbringend beforscht werden? Was sind theoretische und praktische Herausforderung in der empirischen Forschung bei verschiedenen Zielgruppen? Wie können diese Zielgruppen erfolgreich in die Konzeption und Umsetzung ihrer eigenen Evaluation eingebunden wer-den? Gibt es Praxisbeispiele aus der Besucherforschung, die belegen, dass sich mit gezielter Fragestellung und ge-schickter Methodenauswahl auch bei schwierig zu evaluierenden Zielgruppen viel mit wenig erreichen lässt? 

Dieser Workshop schafft einen Ort für einen Austausch über Fragen der Theorie und Praxis empirischer Forschung für und mit unterschiedlichen Zielgruppen. Sechs Vertreter aus Hochschulkontexten und Kultureinrichtungen werden in kurzen Vorträgen von ihren Erfahrungen berichten und ihre methodischen Zugänge zur Diskussion stellen: 

Transkulturelle BesucherInnensegmente? Multiple Kombinationen demographischer und rezeptionszentrierter Segmentierungskriterien: Zwei Case Studies zum Museum für Islamische Kunst, Berlin, Dr. Annette Löseke (Kulturforschung und Strategieberatung, Berlin) 

Menschen mit Migrationshintergrund als KulturbesucherInnen – eine Methode zur Erhebung der Sinus-Migrantenmilieus mittels qualitativer Methoden, Vera Allmanritter (Wissenschaftliche Mitarbeiterin, Universität Hildesheim) 

Das Bildungs- und Vermittlungsprogramm der Thüringer Landesausstellung 2016 aus Sicht von SchülerInnen und LehrerInnen – eine Mixed-method-Evaluation, Dr. Julia Glesner (Leiterin Kommunikation und Marketing, Klassik Stiftung Weimar) 

Nicht-BesucherInnenforschung – ein theoretischer Input, Dr. Thomas Renz (Wissenschaftlicher Mitarbeiter, Universität Hildesheim) 

Erkenntnisse über Nicht-BesucherInnen gewinnen: Ein Erfahrungsbericht zu einer Methode mit minimalem Input, aber maximalem Output, Christiane Birkert (Leiterin Besucherforschung, Jüdisches Museum Berlin) 

Befragungsmethoden für BesucherInnen interaktiver und partizipativer kultureller Ereignisse im öffentlichen Raum mittels experimenteller Erhebungsmethoden, Anke von der Heide (Urban HCI Lab, Bauhaus-Universität Weimar) 

Interessierte TeilnehmerInnen können sich bis zum 6. Februar 2017 per E-Mail an Vera Allmanritter (vera.allmanritter@uni-hildesheim.de) oder Dr. Thomas Renz (renz@uni-hildesheim.de) zum Workshop anmelden. Es werden keine Teilnehmergebühren erhoben. Die Teilnehmenden tragen Reise-, Verpflegungs- und Übernachtungskosten selbst. Bei Fragen zu der Veranstaltung können Sie uns selbstverständlich gern kontaktieren. 

Die Arbeitsgemeinschaft „Methoden der empirischen (Kulturnutzer*innen-)Forschung des Fachverbands für Kulturmanagement schafft regelmäßig ein Forum für wissenschaftlich interessierte Forscher*innen. Ziel ist es, ein Forum zu schaffen, an dem Methoden der empirischen Besucher*innenforschung diskutiert und weiterentwickelt werden. Explizite Erkenntnisse der Besucher*innenforschung stehen dabei im Hintergrund. Vielmehr geht es um den Weg, wie Forscher*innen zu ihren Erkenntnissen gelangen. Der Fokus der Arbeitsgemeinschaft liegt daher auf der Reflexion von Forschungsmethoden.

Die Arbeitsgemeinschaft ist lose organisiert, die Teilnahme an den Treffen ist nicht an eine Mitgliedschaft im Fachverband Kulturmanagement gebunden. Die Arbeitsgemeinschaft trifft sich in der Regel alle zwei Jahre zu einem Workshop. Beiträge werden vorab über einen offenen Call for Papers gesammelt.

Sprecher*innen: Dr. Vera Allmanritter und Dr. Thomas Renz , Institut für Kulturelle Teilhabeforschung Berlin