Jahrbuch Kulturmanagement 2009

/ Forschen im Kulturmanagement

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Jahrbuch für Kulturmanagement 2009
2009

Sigrid Bekmeier-Feuerhahn, Karen van den Berg, Steffen Höhne, Rolf Keller, Angela Koch, Birgit Mandel, Martin Tröndle, Tasos Zembylas (Hrsg.)

ca. 200 Seiten, ISBN 978-3-8376-1252-3
ca. 24,80 €
Beschreibung

Das Jahrbuch für Kulturmanagement initiiert und fördert einen übergreifenden Diskurs im Kulturmanagement im Hinblick auf eine methodologische und theoretische Fundierung des Faches. Als referiertes Journal positioniert es das Fach »Kulturmanagement« innerhalb übergreifender akademischer Debatten. Dabei werden insbesondere Problemstellungen innerhalb des deutschsprachigen Raumes fokussiert und mit internationalen Beiträgen und Fragestellungen verknüpft. Darüber hinaus fördert das Jahrbuch den Austausch zwischen Wissenschaft und Praxis. Der erste Band dokumentiert eine sich entwickelnde Disziplin zwischen wissenschaftlicher Invention und praktischer Intervention.

Diese Publikation wird herausgegeben im Auftrag des Fachverbandes für Kulturmanagement. Die Herausgeber/-innen lehren in den Bereichen Kulturmanagement und Kulturbetriebslehre.

Inhalt und vollständige Beiträge

Zur Einführung in das Jahrbuch für Kulturmanagement 2009

Steffen Höhne

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Seiten: 9-10

Kulturmanagement als noch junges akademisches Fach wurde von Anfang an von unterschiedlichen Bezugsdisziplinen geprägt, die auf eine besondere methodische und inhaltliche Heterogenität verweisen. Kulturmanagement entstand bzw. steht in einem engen Kontext mit der allgemeinen BWL, der Kulturpolitik, der Kultursoziologie, der Kunst- und Kulturwissenschaft, der Kunst- und Kulturpädagogik, um nur die wichtigsten Bezugsfelder zu nennen. Vereinfacht dargestellt konstituiert sich das Fach Kulturmanagement in einem Spannungsfeld zwischen stärker ökonomischer Ausrichtung auf der einen Seite, kulturwissenschaftlichen bzw. ästhetischen Ansätzen auf der anderen, in denen Skepsis gegen eine unmittelbare Übertragbarkeit betriebswirtschaftlichen Denkens und der damit verbundenen Rationalisierung formuliert werden.


Kulturmanagementforschung
Ziele, Fragestellungen, Forschungsstrategien

BIRGIT MANDEL

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Seiten: 13-29

Systematisches Management von Kulturbetrieben hat sich in Deutschland erst seit Anfang der 90er Jahre entwickelt, vor allem im Kontext von Reformierungsbestrebungen in öffentlichen Kulturinstitutionen. Diese standen vor der Notwendigkeit, angesichts rücklaÅNufiger bzw. stagnierender staatlicher Förderung, ihr Handeln effizienter und effektiver zu gestalten.


Zumutungen organisierten Arbeitens im Kulturbereich

Dirk Baecker

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Seiten: 31-63

Der Beitrag entwickelt Problemstellungen für ein Verständnis des Kulturmanagements als Profession. Ausgangspunkt dafür ist das Verständnis von Organisation als Kommunikation über Arbeit, von Kultur als Kommunikation über Werte, von Kunst als Kommunikation über Wahrnehmung und von Management als Kommunikation über Entscheidungen. Jede dieser Kommunikationen ist eine Zumutung, wenn man davon ausgeht, dass die Arbeit meist schon weiß, worum es ihr geht, die Werte als selbstverständlich gelten, Wahrnehmung als Privatangelegenheit behandelt wird und Entscheidungen ihre Verankerung in bewährten Traditionen und Routinen haben.


Künstlerförderung als Aufgabe des Kulturmanagements?
Feldtheoretische Überlegungen am Beispiel von Artist-in-Residence-Institutionen

Christoph Behnke

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Seiten: 65-95

So wie die klassische Ausbildung von Künstlern im Meisterklassenmodell in ihrer Entstehungsgeschichte stark geprägt war durch die besonderen Eigenschaften, die man dem charismatischen Künstlerberuf zuwies, so unterscheidet sich bis heute auch die Versorgung der Künstler von anderen Berufen grundlegend. Max Weber spricht von „charismatischer Bedarfsdeckung“, die auf einer Form von „Wirtschaftsenthobenheit“ basiere (WEBER 1947: 142). In diesen Zusammenhang gehört auch die Idee, wonach Künstler einer sozialen Isolation ausgesetzt werden müssen, um von ihrer „genialischen Inspiration“ Gebrauch machen zu können.


Postaffirmatives Kulturmanagement
Überlegungen zur Neukartierung kulturmanagerialer Begriffspolitik

KAREN VAN DEN BERG

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Seiten: 97-125

Die Grenzen zwischen Kunst, Kultur, Märkten und Management verschieben sich. Die ehedem getrennt vorgestellten Sphären werden zunehmend als ineinander verwobene Praktiken betrachtet. Dabei ist der Begriff ‚Creative Industries‘ nur eine der derzeit kursierenden Beschreibungen für diese Dynamik, die auch das Fach Kulturmanagement vor die Herausforderung stellt, die eigenen Begrifflichkeiten, Wissensbestände und Theorien daraufhin zu prüfen, inwieweit sie innerhalb dieser Umbrüche noch ein geeignetes handlungsorientiertes Instrumentarium darstellen.


Postkulturmanagement

martIn tröndle, Steven greenwood, volker kIrcHBerg, wolfgang tScHacHer, StépHanIe wIntZerItH, SIBylle omlIn, karen van den Berg

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Seiten: 127-153

Im Fach Kulturmanagement zeichnet sich ein Paradigmenwechsel hinsichtlich des wissenschaftlichen Selbstverständnisses ab. Mit dem folgenden Beitrag soll am Beispiel des Schweizer nationalforschungsprojektes eMotion – mapping museum experience exemplarisch gezeigt werden, worin dieser besteht. eMotion ist ein transdisziplinäres Forschungsprojekt einer international zusammengesetzten Forschungsgruppe in den Bereichen Kulturmanagement und -vermittlung sowie der Museums- und Besucherforschung (www.mapping-museum-experience.com).


Cultural Management and the Discourse of Practice

Constance DeVereaux

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Seiten: 155-167

Cultural management, like many other fields that have emerged over the past several decades – women’s studies, leadership studies, information science, digital humanities, cultural studies, to name a few – has been described as a field of inquiry rather than as a discipline in its own right. More than a mere hybrid (i.e. the combined study of culture and management), cultural management is broadly interdisciplinary by nature. It straddles, sometimes uncomfortably, the boundaries between the social sciences, the humanities, management, and the arts, neither accepting a place, nor fully accepted – in many universities – squarely within the camp of any one of these disciplines.


Kulturmanagement als Handwerk

Peter Bendixen

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Seiten: 169-186

Die heute verbreiteten und akademisch etablierten Konzeptionen des Kulturmanagements (Arts Management) sind vorherrschend instrumentellen Charakters und bauen auf betriebswirtschaftlichen Erkenntnissen und Praktiken auf. Sie liegen damit voll im Trend der historisch anhaltenden Umwandlung der Traditionen handwerklichen Denkens und Handelns in den modernen Typus des planvollen, zweckrationalen Handelns (Vorrang des Ergebnisses vor dem Prozess), der sich mit dem Beginn des technologischen Zeitalters, also schon seit einigen hundert Jahren, herausgebildet hat.


Vom Kopf auf die Füße
Kritische Anmerkungen zur aktuellen Diskussion um das Forschungs- und Wissenschaftsverständnis des Faches Kulturmanagement

Patrick S. FÖhl, Patrick Glogner

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Seiten: 187-198

Bereits die Gründungsjahre1 des Faches Kulturmanagement in Deutschland ab 1989 waren von einer intensiven Diskussion und Auseinandersetzung um ein grundlegendes Selbstverständnis des noch jungen Faches gekennzeichnet. Dabei ging es zwar auch schon um eine Verortung innerhalb der verschiedenen Bezugsdisziplinen sowie um Möglichkeiten einer eigenen Theoriebildung, im Vordergrund standen aber sehr viel konkretere und praktische Problemstellungen als es gegenwärtig der Fall ist. So wurde beispielsweise zunächst ein großer Klärungsbedarf hinsichtlich der Frage gesehen, welche Kompetenzen ein Kulturmanager im Rahmen seines Studiums überhaupt erwerben soll, um den seinerzeit nicht mehr zeitgemäßen Strukturen des Kulturbetriebs etwas entgegensetzen zu können.


Die (Weiter-)Entwicklung des Kulturmanagements aus dem Blickwinkel unterschiedlicher Disziplinen
Ein Versuch

Heimo Konrad

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Seiten: 199-204

Kulturmanagement als eigene Disziplin im wissenschaftlichen Kanon zu verorten und zu etablieren ist höchst ambitioniert und wird alle handelnden Protagonisten für viele Jahre auf das Äußerste fordern. Geht man von der Betrachtung Kittlers aus, der eines seiner Bücher mit dem Plädoyer eröffnet, „um der Kulturwissenschaft das Verenden im Kulturmanagement zu ersparen, hilft nur ein Rückgang zur eigenen Geschichte“ (KITTLER 2001), so scheint der Begriff Kulturmanagement aus der Sicht der Kulturwissenschaften derzeit über keinen überaus guten Ruf zu verfügen. Einerseits muss man also die Frage stellen, warum der Ruf so schlecht ist, und andererseits muss überlegt werden, ob es für eine Weiterentwicklung nicht hilfreich wäre, auch zum Ursprung des Fachs Kulturmanagement zurückzugehen.


Neue Rollenmodelle und Theorien im Kulturmanagement
Tagung des Fachverbandes für Kulturmanagement an der Zeppelin University

Steffen Höhne

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Seiten: 207-210

Welche Managementkonzepte scheinen gegenwärtig für nicht gewinnorientierte Organisationen im kulturellen Feld geeignet? Welche Rollenmodelle und welche impliziten Werthorizonte bestimmen die Praxis heutiger Kulturinstitutionen und wie werden diese reflektiert? Unter dem Titel Interpretieren, arrangieren, Beziehungen stiften – Neue Rollenmodelle und Theorien im Kulturmanagement trafen sich am 16. und 17. Januar auf Einladung des Fachverbandes für Kulturmanagement über 60 Vertreter des deutschsprachigen Kulturmanagements in der Zeppelin Universität in Friedrichshafen, um diese Fragen entlang von acht Expertenvorträgen in gemeinsamen Workshops und im Plenum zu diskutieren. Nach den beiden ersten Jahrestagungen in Rendsburg (2006) und an der Universität Hildesheim (2008) war dies die bislang am stärksten besetzte Zusammenkunft des jungen Verbands. Diese Entwicklung ist Ausdruck eines wachsenden Interesses, welches die noch junge akademische Disziplin in der Fachöffentlichkeit hervorruft.