Forschung

/ Wie arbeiten Künstler im 21. Jahrhundert?

Laufzeit: 01.07.2008 bis 01.07.2015
Beararbeiter: Prof. Dr. phil. Karen van den Berg, Dr. Ursula Pasero, Ulrike Shepherd, Prof. Dr. Ulf Wuggenig (Leuphana Universität Lüneburg), Prof. Dr. Beatrice von Bismarck (Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig)

Das Projekt untersucht, wie in heutigen Gesellschaften die Figur des Künstlers konstitutiert wird. Betrachtet man gegenwärtig kursierende Entwürfe und Bilder der gesellschaftlichen Rolle, des sozialen Status und des Selbstverständnisses von Künstlern, so zeichnet sich ein eigentümliches Spannungsfeld zwischen Überbewertung und Marginalisierung ab. Merkwürdig ist dabei zunächst, dass zwar einerseits der Mythos vom durch Genialität und besondere Eigenschaften sich auszeichnenden Künstler längst entzaubert wurde und Künstler seither nicht mehr als exemplarische “Statthalter moderner Subjektivität” (Josef Früchtl) gelten, andererseits aber „der Künstler“ durch die ihm zugeschriebene Freiheit und Kreativität immer noch als prototypisch für die viel beschworene „creative class“ (Richard Florida) gehandelt wird. Mehr noch: Es sind vor allem künstlerische Strategien, denen bei der Entwicklung innovativer Arbeitsformen und neuer Ökonomien eine besondere Transformations- und Innovationskompetenz zugetraut wird (vgl. Currid 2007). Dabei fand insbesondere in den 1990er Jahren eine Dekonstruktion der Avantgarde- und Vorreiterposition von Künstlern statt – nicht zuletzt, um künstlerische Praxis näher ans alltägliche Leben zu rücken; so waren es vor allem die Künstler selbst, die darauf bestanden, künstlerisches Schaffen als eine Produktionsform unter anderen zu etablieren und den emphatischen Werk- und Schöpferbegriff beiseite zu räumen. Vor diesem Hintergrund bedeutet die im Rahmen dieses Forschungsprojekt heute neu zu stellende Frage, worin das Besondere und Eigene künstlerischer Arbeit besteht, zugleich auch vorherrschende Kunstbegriffe einer Überprüfung zu unterziehen. Der spezifischen Eigenlogik des künstlerischen Arbeitens nachzuspüren impliziert dabei eine Auseinandersetzung nicht nur mit produktionsästhetischen Fragestellungen (Weltzien 2003), sondern auch mit dem Umfeld des Betriebssystems Kunst, das bestimmte künstlerische (Werk-) Strategien nahe legt, hervorbringt, ermöglicht bzw. verhindert. Allererst in diesem Feld bildet sich eine Identität des Künstlers aus. Identität ist, so verstanden, nicht naturgegeben, sondern auch eine Frage des Identitätsmanagements (im Sinne Goffmans) und der Kräfteverhältnisse in einem Bezugsfeld. Damit stellen sich auch machttheoretische Fragen bezüglich der Definitionsgewalt des Kunstfeldes (Bourdieu/Haacke), wie auch Fragen zu den Voraussetzungen gelingender (Selbst-)Zuschreibungen und zu den Möglichkeiten und Grenzen künstlerischer Netzwerke und Diskurse. Insofern kommt in dem Forschungsvorhaben das Problem der gesellschaftlichen Funktion und des Status von Künstlern und ihrem Tun in den Blick. Damit ist zugleich eine prominente kuratorische bzw. kulturmanageriale Frage angesprochen, sind es doch nicht zuletzt die Kulturmanager, die u.a. potentiell die künstlerischen Arbeitsbedingungen und einen Rahmen erzeugen. â– Insgesamt geht es dem Projekt um eine an den konkreten (Entstehungs-)Praktiken, den Institutionalisierungsformen und dem formulierten Selbstverständnis von Künstlern orientierte Perspektivierung. Dies kritisch zu beleuchten dürfte wegen der gerade heute stattfindenden Umbrüche besonders lohnenswert sein; hierauf verweist etwa der aktuelle Umbau vieler Kunstakademien und Ausbildungsinstitutionen (Umbenennung von Akademien in Universitäten, usw.). Das Forschungsdesign des Projekts beruft sich auf qualitativ hermeneutische und diskurs- und kontextanalytische Vorgehensweisen. Es werden drei Ansätze verfolgt:

1) In qualitativen, problemorientierten Interviews, die an das Bourdieusche Modell der Sozioanalyse angelehnt sind, werden circa 40 Experten des Kunstbetriebs aus den vier Focusgruppen Künstler, Kurator, Kritiker, Händler befragt. Ziel ist es Antworten auf einen Rahmen von Fragen zu erhalten, um zu erfahren, – wie man aus der jeweiligen Sicht des Befragen Künstler wird und bleibt – welche Institutionen man hieran beteiligt glaubt – welchen beruflichen und institutionellen Strukturen und Absicherungen (z. B. Künstlersozialkassse) man eine wichtige Rolle zuschreibt und welche Reichweite man ihnen zutraut – welche Rolle man dem Markt und Verdienstmöglichkeiten – der Kritik und – den Kollegen beimisst.

2) Eine zweite Untersuchungsstrategie besteht in der Auswertung kunsttheoretischer und kunstkritischer Texte und Diskurse zum künstlerischen Selbstverständnis. Dabei sollen unterschiedliche Regime von Selbstbeschreibungen und Fremdbeschreibungen herausgearbeitet werden. Der Schwerpunkt liegt in einer Analyse des Diskurses seit den 90er Jahren. Dabei kommt den Diskursen im Kunstfeld und innerhalb der Kunstkritik eine erhöhte Aufmerksamkeit zu. Eine der entstehenden Frage ist bspw., wie sich die Begriffsverschiebung erklärt, die sich in den Termini feststellen lässt, mit denen künstlerische Produkte beschrieben werden (künstlerische/s Werk/Arbeit/Prozesse/Praxis usw.). Eine andere zentrale Debatte ist die um Autorenschaft.

3) In Anlehnung an den Foucaultschen Begriff der Subjektivierungspraktiken soll darüber hinaus eruiert werden, welche Praktiken welche Wahrheitssysteme und Selbstverständnisse erzeugen. Insofern wird das, was heute als das genuin Künstlerische beschrieben wird, aus Materialien, Umgebungen und Produkten im Kontext ihrer Entstehungsbedingungen abgeleitet. Dieser Teil soll in Kooperation mit künstlerischen Forschungen an Kunstakademien stattfinden und auf teilnehmender Beobachtung basieren.

/ Einflüsse von Architektur bei der Markenbildung von Kulturunternehmen

Laufzeit: Seit Juni 2009
Beararbeiter: Prof. Dr. Sigrid Bekmeier-Feuerhahn, Nadine Ober-Heilig

Das Projekt hat sich zum Ziel gesetzt, die Mechanismen zu untersuchen, welche der Architektur als Markengestaltungs- und Kommunikationsinstrument Bedeutung verleihen. Zum einen spielt dabei die Umsetzung entsprechender Markenkonzepte von Kulturbetrieben eine wichtige Rolle: inwieweit und in welcher Form hier Architektur bewusst integriert wird. Ausgangspunkt dieser Überlegungen sind v.a. Erkenntnisse und Untersuchungen aus dem wirtschaftlichen Bereich, welche die Architektur als konzeptionelles Element der Unternehmenskommunikation bereits erkannt haben und teilweise konkrete Anwendungsgrundlagen liefern. Zum anderen richtet sich ein besonderes Augenmerk auf die psychologischen Wirkungsweisen, welche Architektur, ihre spezifische Ausgestaltung, hinsichtlich ihrer Wahrnehmung als markenbildendes Element beim Kulturkonsumenten entfalten kann. Insbesondere der Begriff der Erlebnisvermittlung, der sich im Zuge gesellschaftlicher Entwicklungen zunehmend herauskristallisiert hat sollen hierbei näher untersucht werden.

/ Motive des Weiterempfehlungsverhaltens in Kulturinstitutionen

Laufzeit: Seit Oktober 2008
Beararbeiter: Prof. Dr. Sigrid Bekmeier-Feuerhahn, Jörg Sikkenga, M.A.

Die Effektivität von Weiterempfehlungen ist hinreichend bekannt, jedoch fehlt bislang eine entsprechende Nutzung von Weiterempfehlungen als aktives Marketinginstrument. Dieser Aspekt ist sowohl im betriebswirtschaftlichen Bereich festzustellen, wie auch im kulturellen Bereich. Das Projekt versteht Weiterempfehlung als ein aktives Marketinginstrument und möchte entsprechende Handlungsempfehlungen für Kulturinstitutionen ableiten. Dazu werden zwei Linien der senderseitigen Weiterempfehlungsforschung (Determinanten – und Kundenwertforschung) miteinander verknüpft, um unter Anwendung des Uses- and-Gratification-Ansatzes verschiedene Typen des musealen Verhaltens hinsichtlich der Wirkung ihrer persönlichen und situationalen Determinanten auf das Weiterempfehlungsverhalten zu untersuchen.

/ Politik des Zeigens

Laufzeit: 2008 bis 2010
Beararbeiter: Prof. Dr. Hans Ulrich Gumbrecht (University of Stanford), Prof. Dr. phil. Karen van den Berg

Forschungsprojekt zur Theoriebildung des Ausstellens (theory of displaying, exhibiting and staging) In dem Forschungsvorhaben sollen die epistemologischen Möglichkeiten des Ausstellens und öffentlichen bildlichen Präsentierens am Leitbegriff des Zeigens kritisch untersucht werden. Ausgehend von theoretischen Überlegungen aus unterschiedlichen disziplinären Perspektiven (Philosophie, Soziologie, Pädagogik, Kunstwissenschaft, Kulturwissenschaften, Anthropologie, Theologie, Kommunikations- und Medienwissenschaften) geht es dabei um die speziellen Erkenntnischancen und Vermittlungsmöglichkeiten von Ausstellungen und bildlichen Inszenierungen und damit um eine spezifischen Modus des Zeigens, der vielfach mit dem Begriff des „Displaying“ beschrieben wurde. Leitend für das hier entwickelte Forschungsvorhaben sind vier Fragerichtungen: 1) Welche Bedeutung und Funktion hat das Zeigen und das öffentliche Präsentieren von Objekten und Bildwerken in gegenwärtigen und vergangenen Kulturen für Subjektivierungspraktiken, Bildungs- und Kulturalisierungsprozesse? Welche Form von Bildungsprozessen und welche Wissensformen erzeugen heutige Museen und Ausstellungshäuser? 2) Welche Geltungen und Machtverhältnisse werden durch welche Ausstellungsformierungen, -konstellierungen und -inszenierungen erzeugt? Kann der Akt des Zeigens überhaupt diskursiv oder aufklärend sein oder enthält er immer schon eine Dimension von Bevormundung oder gar Überwältigung? Ist die kommunikativ-soziale Seite des deiktischen Aktes (displaying, exhibiting, staging), in welchem „jemand“ „etwas“ immer im Hinblick auf einen potentiellen „Anderen“ zeigt überhaupt ohne ein autoritäres Gefälle denkbar? 3) Inwieweit kann das Präsentieren, Ausstellen und Zeigen von Gegenständen, selbst zu einer Forschungsstrategie werden, so dass im Displaying Wissen nicht nur illustriert und popularisiert, sondern selbst generiert wird? Lässt sich im Zeigen als einer performativen Technik auf spezifische Weise etwas In-Beziehung setzen? Lassen sich Modi des analytischen Zeigens denken? Eine Tagung, die sich mit dem epistemologischen Status des Zeigens befasst, soll als Eröffnung des länger angelegten Forschungsprojekts dienen. Für den Lehrstuhl für Kulturmanagement sind die hier bearbeiteten Fragen insofern relevant als sie die gesellschaftliche Funktion von Ausstellungen betreffen und ein theoretisches Fundament für die Fragen nach dem Selbstverständnis von Ausstellungen bilden. Am 8./9. Mai 2009 hat an der ZU die von Karen van den Berg und Hans Ulrich Gumbrecht konzipierte Tagung “Politik des Zeigens” stattgefunden. Die Vortragenden waren: Klaus Prange (Oldenburg), Hilge Landweer (Berlin), Thomas Alkemeyer (Oldenburg), Ursula Pasero (Berlin), Stephan Schmidt-Wulffen (Wien), Josef Früchtl (Amsterdam). Die Konferenz wurde gefördert von der Zeppelin Universitätsgesellschaft e.V. und der Deutschen Gesellschaft für Ästhetik.

/ Theaterpolitik

Beararbeiter: Wolfgang Schneider; Institut für Kulturpolitik Universität Hildesheim

Die Theaterlandschaft in Niedersachsen ist vielfältig, allerdings – wie fast überall – einem großen Spar- und Effizienzdruck ausgesetzt. Die Konsequenzen sind bekannt: Von Sparen ist die Rede, realistisch betrachtet handelt es sich um Kürzungen im Kulturetat. Staatstheater müssen ihr Personal und ihr Programm reduzieren, Landesbühnen müssen auf Kosten von künstlerischer Qualität und Vielfalt mehr Einnahmen erwirtschaften, in Stadttheatern werden Sparten aufgelöst oder sie werden mit denen anderer Städte fusioniert (das Wort von der „Brandenburgisierung“ der Theaterlandschaft macht hier die Runde), die freien Theater geraten durch immer weniger öffentliche Zuwendungen in Existenzkrisen. Die Theaterpolitik scheint zur Finanzwirtschaft degradiert zu werden. Das Klagen über diese unbefriedigenden Rahmenbedingungen ist verständlich. Wo aber stecken in der derzeitigen Theaterlandschaft Chancen, die es gerade in dieser prekären Situation zu nutzen gilt? Welche Reformansätze können eine Zukunft des Theaters in unserem Lande sichern? Und wie sehen Konzepte und Modelle aus, das Theatersystem durch Veränderungen kulturpolitisch zu sichern?

/ Intellektuelle in Prag. Kulturpolitische Kontexte und Diskurse

Laufzeit: bis Ende 2012
Beararbeiter: Prof. Dr. Steffen Höhne
Förderung:

Thyssen Stiftung, Deutsch-tschechischer Zukunftsfonds, Herder Forschungsrat

    Man muss nicht das Stereotyp vom dreifachen Ghetto Prag bemühen (Pavel Eisner), um auf die vielfältigen kulturellen und intellektuellen Interdependenzen zwischen Deutschen, Tschechen, Slowaken, Juden u.a. in Prag und den Böhmischen Ländern zu verweisen. Tatsächlich bildet Prag seit dem späten 18. Jahrhundert einen intellektuellen Mikrokosmos, in dem sich nicht nur kultur- und wissenschaftspolitische Entwicklungen und Konflikte der gesamten Habsburger Monarchie fokussieren, sondern in gewisser Weise verkörpert Prag die Phänomenologie der ostmitteleuropäischen Kulturstadt, die zwischen 1938/39 und 1945 untergegangen ist.

    Entsprechend wirkten in Prag Intellektuelle nicht nur im engeren akademischen Rahmen, sondern suchten immer auch Anbindung an kultur- und wissenschaftspolitische Diskurse bzw. initiierten diese. Aufgrund der „multikulturellen“ Determinanten finden sich in Prag besondere Voraussetzungen für intellektuelle Diskurse und Kontexte, die ihre prägende Bedeutung nicht nur auf die Stadt, sondern auf die Böhmischen Länder bzw. die Tschechoslowakei, aber auch über Habsburg hinausgehend auf Mitteleuropa insgesamt entfalten konnten. In dem Projekt sollen die vielfältigen kulturpolitischen Diskurse sowie die damit verbundenen Institutionalisierungsstrategien um 1900 untersucht werden.

    / Kulturbranding – Markenstrategien in der Hochkultur

    Laufzeit: bis Ende 2011
    Beararbeiter: Prof. Dr. Steffen Höhne

    Markenmanagement als integriertes Konzept ist im Alltag der Kulturinstitutionen längst angekommen, es fehlt aber bisher eine schlüssige Konzeptualisierung, die den Bereich der reinen Anwendung überwindet. Das Projekt dient somit der Theoriebildung von Markenbildung im Kulturbereich, wobei auch die aporetischen Dimensionen von Markenbildung im Hinblick auf Kunst und Kultur zu akzentuieren sind. Es geht neben Fragen nach der Übertragbarkeit des originär betriebswirtschaftlichen Markenbegriffs auf den Bereich künstlerischer Leistungen auch um eine kritische Reflexion auftretender struktureller Probleme, da das Markenprinzip eine weitgehende Standardisierung und Qualitätskonstanz des Angebotes erfordert, das Wesen der Kunst jedoch nach Offenheit, Durchlässigkeit und Varietät verlangt. Untersucht werden sollen Möglichkeiten struktureller Vereinbarkeit der unterschiedlichen Systeme Kunst und Wirtschaft bzw. eines kunstsystemkompatiblen Markenbegriffs.

    / Barrieren der Nutzung kultureller Einrichtungen

    Beararbeiter: Birgit Mandel/Thomas Renz, Institut für Kulturpolitik Universität Hildesheim

    Zentrale Fragestellungen:

    Welchen Kulturbegriff haben Nicht-Nutzer und (wie) verhindert das daraus resultierende Kulturimage Interesse an und Besuche von kulturellen Veranstaltungen?

    Welche (alternativen) Freizeitaktivitäten haben Nicht-Kulturnutzer?

    Welche objekt- und subjektbedingten Barrieren verhindern Kulturbesuche?

    Narrative Interviews mit kreativ-künstlerischem Impuls erwiesen sich dabei als aufschlussreiche Methode.

    / Musikvermittlung und Aufführungskultur

    Laufzeit: bis Ende 2009
    Beararbeiter: Dr. Martin Tröndle
    Förderung:

    Akademie Schloss Solitude, Alfred Toepfer Stiftung F.V.S.

    Projekte URL:

    www.kunstpartner.com/publikationen.html
    www.toepfer-fvs.de/siggen01.html
    www.akademie-solitude.de

    Für das Konzert und das Musiktheater wird es zunehmend schwerer, Zuhörer zu finden. Das angestammte Publikum wird stetig älter und kleiner. Um dem entgegen zu wirken und der “Kunstmusik” wieder vermehrt Gehör zu verschaffen, ist es notwendig, neue Wege der Vermittlung und Verbreitung klassischer Musik zu finden. Zentral dabei wird der Begriff der “Aufführungskultur”, denn dass sich der klassische Konzertbetrieb in den letzten hundert Jahren kaum den veränderten Umweltbedingungen angepasst hat, könnte der Hauptgrund für dessen Krise sein.

    Das Forschungsfeld “Musikvermittlung und Aufführungskultur” integriert wissenschaftliche und künstlerische Forschung, zur Entwicklung neuer Rezeptions- und Konzertmodelle.

    / eMotion

    Beararbeiter: Dr. Martin Tröndle, Leitung, Hochschule für Gestaltung und Kunst Basel; Steven Greenwood (Medienkünstler); Prof. Dr. Wolfgang Tschacher, Forschungsleiter der Universitätsklinik für Sozial und Gemeindepsychiatrie Bern; Prof. Dr. Volker Kirchberg, Lehrstuhl für Kulturvermittlung und Kulturorganisation, Leuphana Universität Lüneburg; Dr. Stephanie Wintzerith, Leiterin des ZEB - Zentrum für Evaluation und Besucherforschung, Karlsruhe; Prof. Sibylle Omlin Leiterin der Abteilung Bildende Kunst Medienkunst der Hochschule für Gestaltung und Kunst Basel; Prof. Dr. Karen van den Berg u.a.
    Förderung:

    Schweizerischen Nationalfonds und Ubisense

    Projekte URL:

    www.mapping-museum-experience.com

    eMotion ist ein Kunstforschungsprojekt im Bereich der Medienkunst, das die Erfahrung “Museumsbesuch” experimentell untersucht. Anstatt der zumeist eher kunsttheoretischen Diskussion zu Fragen der Wirkung von Kunst und Museum, eröffnet eMotion eine künstlerisch-empirische Perspektive. Im Zentrum steht die psychogeografische Wirkung des Museums und seiner Objekte auf das Erleben und das Entscheidungsverhalten der Museumsbesucher. Zur Anwendung kommen die tracking/tracing Technologie, die Messung der Herzrate, des Hautleitwerts und anderes.

    eMotion ist ein Forschungsprojekt des Instituts für Design- und Kunstforschung der Hochschule für Gestaltung und Kunst Basel FHNW.

    / Wie wird Kunst?

    Laufzeit: Ende 2011
    Beararbeiter: Dr. Martin Tröndle
    Projekte URL:

    www.kunstpartner.com

    Die Frage was Kunst ist, bleibt unbeantwortet – der, der sie stellt, scheint sich sogar einer gewissen Naivität zu entblößen. Anstatt deshalb zu fragen “was Kunst ist” – und damit zu einem neuen (vergeblichen) Definitionsversuch anzusetzen -, interessiert uns, wie Kunst möglich ist, das heißt, wie sie zustande kommt. Pointiert: Es soll hier nicht nach dem “Was” sondern nach dem “Wie” der Kunst – also nach der jeweiligen Entscheidungslogik – gefragt werden, bspw.: Wie wird aus Nichts/Etwas ein Werk? Wie wird aus einem “Werk” ein “Kunstwerk”? Wie aus dem “Kunstwerk” ein “teures Kunstwerk”

    / Wirtschaftsästhetik

    Laufzeit: seit 2006
    Beararbeiter: Dr. Martin Tröndle u.a.
    Förderung:

    nicht notwendig

    Projekte URL:

    www.wirtschaftsaesthetik.com

    Die Künste liefern der Betriebswirtschaftslehre ein reiches aber bisher nur wenig erschlossenes Untersuchungsgebiet. Über den Begriff der Wirtschaftsästhetik, der sich an die Begriffe der Wirtschaftsethik oder der Wirtschaftssoziologie anlehnt, soll eine Schnittstelle geschaffen werden, mit der das Feld der Kunst der Managementtheorie zugänglich gemacht wird. Dabei geht es nicht um den Imagetransfer durch Sponsoring, sondern um die Entwicklung neuer Strategien und Methoden zur Organisationsentwicklung und -gestaltung, zur Produktentwicklung und zur Kommunikationsgestaltung und zur Organisationskritik. Die Wirtschaftsästhetik ist disziplinär an der Schnittstelle von Kultur- und Kunsttheorie, der Managementlehre und der künstlerischen Praxis angesiedelt.

    / Entscheiden im Kulturbetrieb

    Laufzeit: seit 2005
    Beararbeiter: Dr. Martin Tröndle
    Förderung:

    nicht notwendig

      Projekte URL:

      http://www.kunstpartner.com/publikationen.html

        Die Betriebswirtschaftslehre stellt Instrumente zur Berechnung von Gewinnchancen angesichts der Entscheidungsalternativen bereit. Die Ziele von Kulturorganisationen liegen jedoch jenseits der Berechenbarkeit ökonomischer Größen, das heißt, dass man mit den betriebswirtschaftlichen Entscheidungsinstrumenten, die auf Messbarkeit abheben, in Kulturorganisationen nicht weit kommt.

        Wie sieht also ein Entscheidungsinstrument aus, das anstelle von monetären Größen beispielsweise ästhetische, kulturelle und soziologische Kriterien konzeptionalisiert? Was muss es leisten, damit den individuellen Ansprüchen angemessene und auf Nachhaltigkeit angelegte, zukunftsfähige Entscheidungen getroffen werden können?

        Aber auch: welcher Logik folgt die Kulturpolitik? Und wie lassen sich dort “gute” Entscheidungen treffen?

        Und nicht zuletzt: Wie wird überhaupt über die Forschung und Lehre im Kunst- und Kulturmanagement entschieden, das heißt was erforscht und was gelehrt wird?